Arabica Bohnen für Kaffeespezialitäten

Insgesamt gibt es auf der Welt über 100 Kaffeearten. Davon sind aber nur zwei Sorten für die Kaffeebereitung hierzulande interessant: Die Arabica und die Robusta Kaffeebohnen.

Die Bohne prägt entscheidend den Geschmack, das Aroma und die Qualität des Kaffees. Daher wird „Arabica“ von den Kaffeeherstellern als Qualitätsmerkmal angepriesen und für die besten Kaffeespezialitäten verwendet. Was diese Kaffeesorte auszeichnet, lesen Sie im nachfolgenden Beitrag.

Was ist Arabica Kaffee?

In Handel versteht man unter Arabica Kaffee sortenreinen Kaffee d.h., er besteht zu 100% aus Arabica Bohnen ohne Beimischung von Robusta Kaffeebohnen. Mit einem Anteil von 70% gehört er zu den beliebtesten Kaffeesorten am Weltmarkt. Im Supermarkregal finden Sie daher auf vielen Kaffeepackungen häufig einen Stempel mit der Auszeichnung „100% Arabica Kaffee“.

Die Pflanze kam ursprünglich aus Äthiopien, wird heute aber global in vielen Ländern angebaut. Die Sorte allein reicht aber noch nicht aus, denn fast noch wichtiger für den Geschmack und die Qualität der Bohne sind die Anbau- und die Verarbeitungsbedingungen.

Laut einer Legende wurde der Arabica Pflanze lange Zeit keine Beachtung geschenkt. Eines Tages beobachtete ein Hirte, wie seine Ziegen aufgeregt umhertollten, weil sie die Früchte eines Kaffeestrauches gegessen hatten. Nachdem auch er sie gekostet hatte, brachte er sie seinem Imam. Dann dauerte es aber noch einige Jahrzehnte bis die Bauern im Hochland bemerkten, dass man die Bohne erst rösten muss, damit sie ihre vollen Aromen entfaltet.

Coffea arabica: Die sensible Pflanze und ihre Eigenschaften

Sie wächst nur in bestimmten klimatischen Verhältnissen in Höhenlagen mit Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad. Daher wird dieser Kaffee auch Hochlandkaffee genannt. Die Coffea arabica gilt als besonders empfindliche Pflanze, die möglichst vor Wind, Feuchtigkeit und Hitze geschützt werden muss. Sie ist sehr anfällig gegenüber Schädlingen und Krankheiten wie dem Kaffeerost und wächst bis zu 5 Meter hoch.

Arabica Bohnen beim Trocknen

Vom ersten Anbau bis zur Ernte vergehen etwa 7 Jahre. Bis aus einer Blüte eine erntefähige Frucht wird, braucht es 9 bis 11 Monate. Während des Wachstums drücken die Samen immer stärker gegeneinander und bekommen dadurch ihre charakteristische Form, die leicht flach und oval ist. Die Naht in der Mitte ist S-förmig angelegt.

Über den Anbau

Es gibt unterschiedliche Arabica Kaffee Anbauländer. In der Regel wachsen die Pflanzen im Hochland zwischen 600 und 2000 Metern, weil die Kaffeekirschen dort sehr langsam wachsen und Zeit haben, ihre feinen Geschmacksnuancen auszubilden. Daher wird er auch als Java- oder Bergkaffee bezeichnet. Allerdings ist diese Höhenlage mit einer mühsamen Ernte verbunden, weswegen die Arabica-Bohnen teurer sind als Robusta Bohnen.

Wo wird Arabica Kaffee angebaut?

Zu den wichtigsten Anbaugebieten zählen Brasilien, Indonesien, Kolumbien, Mexico, Ecuador, Nicaragua, Vietnam, Costa Rica und Äthiopien. Darüber hinaus gibt es aber auch noch weitere  Arabica Kaffee Anbauländer. Der teuerste Arabica Kaffee, der „Blue Mountain“ kommt aus Jamaika.

Die besonderen Bedingungen der Ernte

Da die Kaffeepflanzen meistens in Höhenlagen wachsen, sind sie für Erntemaschinen unzugänglich und werden mit der Hand geerntet. Die Arbeiter und Arbeiterinnen pflücken ausschließlich reife Kirschen und lassen die unreifen Früchte am Strauch. Dieser Vorgang wird als Picking bezeichnet.

Reife Arabica Bohnen

Es handelt sich dabei um eine sehr ökonomische Methode, die die höchste Kaffeequalität erzeugt. Bei der maschinellen Ernte hingegen werden auch unreife Kirschen abgerissen und die Kaffeepflanzen können Schäden davontragen.

Die wichtigsten Eigenschaften der Arabica Kaffeebohne

Kaffeebohnen können unterschiedliche Geschmacksnuancen ausbilden, die von der Pflanzensorte und auch dem Anbaugebiet geprägt werden.

Allgemein haben Arabica Bohnen ein sehr feines Säureprofil und einen geringeren Koffeinanteil als Robusta Kaffees. Allerdings enthält Arabica auch mehr Fette und Zucker und bekommt dadurch ein leicht süßliches und schokoladiges Aroma.


Der hohe Fettanteil hat zur Folge, dass meistens keine gute Crema gelingt. Dafür braucht es dann eine Beimischung von Robusta-Kaffeebohnen. Arabica Kaffee hat einen geringeren Anteil an Chlorogensäure.

Die Anbauregion prägt entscheidend den Geschmack der Kaffeebohne

Im folgenden finden Sie drei Beispiele, wie sehr die Anbauregion den Geschmack der Bohne prägt.

  • Mexiko
    Bohnen aus Mexiko werden in der Regel von Kleinbauern gezüchtet und zeichnen sich durch ein sehr feines Säureprofil und einen ganz eigenen, unverwechselbaren Charakter aus.

  • Honduras
    Kaffeebohnen aus Honduras sind als „Strictly High Grown“ bekannt. Der Kaffeeanbau wird hier staatlich gefördert und der Kaffee hat einen sehr weichen und leicht nussigen Geschmack.

  • Brasilien
    In Brasilien werden die Pflanzen unter anderem in den weiten Küstenregionen angebaut. Diese Bohnen bekommen dadurch ein ganz eigenes Seewasseraroma.

Kaffeesäcke mit rohem Arabica

Wieviel Koffein hat die Arabica Bohne?

Der Koffeingehalt hängt wesentlich von der Sorte ab. Sortenreiner Arabica Kaffee hat einen Koffeeingehalt von 0,8% bis 1,4%. Hier liegt der Robusta mit Werten zwischen 1,7% - 4% weit darüber. Generell hat der Arabica Kaffee nur halb so viel Koffein wie sein Pendant.

Arabica versus Robusta: Was sind die Unterschiede?

Kaffeespezialitäten, die aus Arabica-Bohnen gebrüht werden, gelten generell als qualitativer. Robusta wird als minderwertigerer Kaffee wahrgenommen, während der Arabica-Bohne edle Eigenschaften zugesprochen werden. Robusta Kaffee hat mehr Säure und mehr Koffein und ist im Geschmack erdiger und nussiger. Dafür kann er bei der Zubereitung der Kaffeespezialitäten eine bessere Crema erzeugen. Für einige Kaffeesorten ist eine Beimischung von Robusta Bohnen aus diesem Grund zwingend nötig, wie beispielsweise für den Ristretto oder den Espresso.

Ist Aarabica Kaffee wirklich der bessere Kaffee?

Die Grenzen zwischen den beiden Sorten sind nicht so eng abgesteckt, wie es oft beschrieben wird. Es gibt auch sehr hochwertige Robusta Bohnen, aber auch Arabica in eher durchschnittlicher Qualität. Vor allem ist es aber eine Frage des Geschmacks. Einige Kaffeeliebhaber bevorzugen die  intensiveren, nussigen Aromen und finden im Robusta ihren Lieblingskaffee. Letztlich handelt es sich um zwei vollkommen unterschiedliche Sorten, die man so wenig miteinander vergleichen kann wie Rotwein und Weißwein.



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