Cold Brew – Rezept für heiße Tage

Wer Cold Brew Coffee wörtlich als kalt gebrüht oder gar nur als kalten Kaffee übersetzt, liegt nicht ganz richtig. Denn was sinngemäß wie „kalt geworden“ klingt, umschreibt seine Zubereitung. Entgegen des üblichen Brühens mit kochendem Wasser und der suggestiven Bezeichnung „Brew“, wird Cold Brew nicht erhitzt. Er zieht kalt. Da zum Schluss noch Eiswürfel ins Spiel kommen können, gilt er als Synonym für eine Erfrischung im Sommer auf Kaffeebasis. Nicht zu verwechseln mit Eiskaffee.

Auf einen Blick

Ein „neuer Trend“ für den Sommer
Cold Brew Coffee – kaltes Wasser, Kaffee und reichlich Zeit
Rezept und Anleitung für die Zubereitung eines Cold Brew
Keinen Espresso: Die richtige Röstung wählen
Unsere besten Sorten für Cold Brew
Auf den Mahlgrad kommt´s an
Haltbarkeit von Cold Brew
Cold Brew oder Eiskaffee?
Die beliebtesten Rezepte und Zutaten für Cold Brew


Ein „neuer Trend“ für den Sommer

Was vor wenigen Jahren aus den USA mit entsprechendem Marketingdruck als neuer Trend nach Europa kam, ist gar nicht so neu. Cold Brew Kaffee blickt sogar auf einige Jahrhunderte zurück auch, wenn er seinerzeit noch nicht so hieß. Ob wir seine Erfindung den Niederländern verdanken oder sich diese das Verfahren von den Japanern abgeschaut haben oder umgedreht, darüber streitet sich noch die Fachwelt.

Das Problem war damals jedoch das Gleiche: fehlendes Feuer. Für die Niederländer war das 17. Jahrhundert das so genannte Goldene Zeitalter. In dieser Zeit waren sie durch ihre große Flotte an Segelschiffen eine globale Handelsmacht. Da die Schiffe aus Holz bestanden, galt neben dem Wetter offenes Feuer als größte Gefahr für den Untergang. Zwar wurde dieses nur in der Kombüse entfacht, aber mal eben eine Kanne Kaffee für die Mannschaft kochen, war wohl das Risiko doch nicht wert. Also war Einfallsreichtum gefragt: Geht´s auch ohne heißes Wasser?

Niederländer wie Japaner kamen jedenfalls auf den gleiche Gedanken. Tatsächlich gab es in Japan bereits eine sehr lange Tradition, Kaffee kalt zu extrahieren. Für Kyoto Kaffee bzw. Cold Drip Coffee (wie er heute heißt) tropft eiskaltes Wasser über mehrere Stunden auf Kaffeepulver. Das Ergebnis ist ein sehr geschmacksintensiver Kaffeeextrakt, der je nach Geschmack mit mehr oder weniger Wasser verdünnt werden kann.

Ziemlich aufwändig, aber die Niederländer hatten auf den langen Schiffsreisen ohnehin reichlich Zeit und während der kulinarischen Zeremonien in Japan verbietet sich Eile von selbst.

Cold Brew Coffee – kaltes Wasser, Kaffee und reichlich Zeit

Die Zubereitung von Cold Brew basiert ebenfalls auf kaltem Wasser, das über eine längere Zeit den Kaffee extrahiert. Allerdings nicht tröpfchenweise wie beim Cold Drip Coffee. Dafür dauert es länger.

Rezept für Cold Brew Kaffee

Gegenüber der herkömmlichen Variante mit heißem Wasser, werden keine Bitterstoffe aus dem Kaffee gelöst, sondern nur seine Aromen. Darüber hinaus enthält der Extrakt deutlich weniger Säure. Sein Geschmack ist daher ausgesprochen aromatisch und mild.

Rezept und Anleitung für die Zubereitung eines Cold Brew

An Zubehör ist nicht viel nötig:

  • 100 Gramm frisch gemahlener Kaffee
  • ein halber Liter frisches Wasser (Barista verwenden in der Regel weiches gefiltertes Wasser)
  • ein passend großes Glas oder Gefäß
  • Filter mit Filterpapier


Am besten lässt sich natürlich ein bereits vorhandener French Press Filter verwenden. Das Mischungsverhältnis zwischen Kaffee und Wasser bleibt Geschmackssache und sollte ungefähr zwischen 1:5 bis 1:10 liegen. Weniger Kaffee macht den Cold Brew zu wässrig. Je höher der Wasseranteil, desto länger sollte er ziehen.

  1. Im Glas den Kaffee mit dem Wasser gut vermischen.
  2. Abdecken und bei Zimmertemperatur ca. 10 – 12 Stunden ziehen lassen.
  3. Cold Brew durch den Filter gießen

Keinen Espresso: Die richtige Röstung wählen

Selbstverständlich entscheidet über die Qualität des Cold Brew in erster Linie die Auswahl der richtigen Bohnen - schonende Trommelröstung am besten aus biologischem Anbau. Favoriten sind wegen der fruchtig floralen Aromen Kaffeebohnen aus afrikanischem Anbau. Auf jeden Fall eine helle Röstung bevorzugen, da Espresso dafür zu dunkel geröstet wird, und der Geschmack nach dem Extrahieren zu stark und intensiv wäre.

Unsere besten Sorten für Cold Brew

Äthiopien Bench Maji Wild Forest Coffee BIO
Dieser Arabica Kaffee stammt aus der Region Bench Maji in der Nähe des Omo Nationalparks und besitzt ein Zertifikat für biologischen Anbau. Im Geschmack ist er sehr ausgewogen mit einer feinen Säure und einem leichten Zitrusaroma. Sein Abgang schmeckt dezent nach Schokolade.

Kenia Mount Kenya
Kenianische Kaffees gehören zu den besten Sorten auf dem Weltmarkt. Das Anbaugebiet am Mount Kenia liegt auf einer Höhe zwischen 1.500 und 1800 m ü. M. Und bietet ideale klimatische Bedingungen für Spitzenkaffee. Die Bohnen besitzen eine harmonische Säure und eine fruchtige Süße mit einem fast weinartigen Beerenaroma.

Cold Brew Kaffee mit Bohnen aus Kenia

Malawi Pamwamba AA Plus
Das Anbaugebiet der Pamwamba Plantagen ist durch steile Hänge und Wälder auf sehr fruchtbaren Böden gekennzeichnet. Die Kaffeebohnen werden vollständig per Hand geerntet. Ihre AA+ Klassifizierung gewährleistet hochwertige Bohnen, die mit dem typisch afrikanischen floralen und fruchtigen Aroma bei mittlerer Säure bestechen.

Auf den Mahlgrad kommt´s an

Sie dürfen nur grob gemahlen sein, da fein gemahlener Kaffee zu stark extrahiert werden würde und zu einem herben Geschmack führen kann. Der Mahlgrad sollte grobem Sand oder Rohrzucker entsprechen.

Sollte das Filtern zu lange dauern, vorher den Cold Brew durch ein grobes Sieb laufen lassen. Dadurch werden die groben Bestandteile entfernt und der Filter verstopft nicht so schnell.

Haltbarkeit von Cold Brew

Ein weiterer Vorteil ist seine Haltbarkeit und variable Verwendung. Als Konzentrat hält er sich im Kühlschrank gut bis zu zwei Wochen. Insofern kann er auf Vorrat hergestellt und nach Bedarf für diverse Rezepte verwendet werden. Bei längerer Lagerung verflüchtigen sich zusehends seine Aromen. Wichtig: Das Gefäß, in dem der Cold Brew gelagert wird, unbedingt verschließen.

Cold Brew Kaffee oder Eiskaffee?

Beide sind ein Kaltgetränk, werden oft mit Eiswürfeln getrunken und dadurch mitunter verwechselt. Kein Wunder, denn in dieser Form haben sie ebenso die erfrischende Wirkung in der heißen Jahreszeit gemeinsam. Dennoch bleibt die unterschiedliche Zubereitung. Eiskaffee wird mit heißem Wasser gebrüht, danach gekühlt und zum Trinken mit Eiswürfel, Vanilleeis oder Sahne serviert.

mit Eis

Die beliebtesten Rezepte und Zutaten für Cold Brew Kaffees

Ist er erst einmal hergestellt, geht es ans Verfeinern und Mixen. Viele Barista empfehlen ihn pur nur mit Eiswürfeln oder zerstoßenem Eis. Etwas Mandelmilch oder Kokosnussmilch rundet den Kaffeegeschmack ab, ohne ihn zu überdecken. Gleiches gilt für Minze oder einen Schuss Holundersirup. Ist der Cold Brew noch zu kräftig, wird er mit Tonic Water nicht nur gemildert, sondern auch verfeinert.

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