Vietnamesischer Kaffee – was ist der Unterschied?

Vietnam und Kaffee? Im Vergleich zu Brasilien, Ecuador, Guatemala, Jemen oder Kenia ist vietnamesischer Kaffee weniger bekannt. Aber warum? Was ist der Unterschied zu anderen Anbauländern?

Auf einen Blick
Der Anbau von Kaffee in Vietnam
Anbaugebiete für Kaffee
Der Unterschied zu anderen Anbaugebieten
Die Kaffee Zubereitung in Vietnam
Kaffeefilter für Ca phe sua
Die Zubereitung von Ca phe trung
Der richtige Mahlgrad

Der Anbau von Kaffee in Vietnam

Wer vermutet, dass es den Anbau von Kaffee in Vietnam noch nicht lange gibt, der irrt. Er blickt auf eine lange Geschichte zurück. Schon 1857 brachten ihn die Franzosen ins Land. Schon bald entwickelte sich die Produktion und größere Plantagen entstanden.

Eine nennenswerte Größe im Handel nahmen Kaffeebohnen allerdings erst ab etwas 1910.  Als  erste wichtige Anbauregion galt die Umgebung um Buôn Ma Thuột im zentralen Hochland.

Anbaugebiete für Kaffee

Mit dem Krieg und der nachfolgenden Kollektivierung brachen die Kaffeeerträge gravierend ein.

Anbau von Kaffee in Vietnam

Seit den Doi-Moi Refomen 1986 erfolgte die Liberalisierung des Marktes und vervielfachte den gewerblichen Anbau von Kaffee in den nächsten Jahrzehnten um ein Vielfaches. Heute ist Vietnam der zweitgrößte Kaffeeproduzent in der Welt.

Im Norden des Landes wird überwiegend Arabiva angebaut, im Süden hingegen Robusta.

Vietnamesischer Kaffee – der Unterschied zu anderen Anbaugebieten

Der entscheidende Unterschied des vietnamesischen Kaffees im Vergleich zu anderen Anbauländern, ist der Focus auf Robusta.

Zeitweise stammten über 90% der produzierten Bohnen von Robusta Pflanzen.


Allerdings entsprach die Qualität der Massenware, was prompt aufgrund der hohen Menge zu einer Marktsättigung beitrug. Erst seit den letzten 10 Jahren wird vermehrt Arabica angebaut. Durch die fehlenden Höhenlagen ist jedoch die Ernte von Qualitätskaffee, deutlich schwerer zu erzielen.

Die Kaffee Zubereitung in Vietnam

Gibt es auch im Trinken und Genuss von Kaffee einen Unterschied? Oh ja, denn die Vietnamesen pflegen eine ganz eigene Kaffeekultur. Cappuccino sucht man hier vergebens.

Vietnamesischer Kaffeefilter für Ca phe sua

In Vietnam wird in Cafés ein Ca phe sua (vietnamesisch Cà phê sūa) in einem Glas mit einem aufgesetzten Metallfilter und separatem heißen Wasser serviert.

Vietnamesischer Kaffeefilter
Der Filter enthält eine Mischung aus gemahlenen Arabica und Robusta Bohnen (meist im Verhältnis 70/30). Der Gast gießt dann das Wasser selbst in den Filter.

Ist es durch das Kaffeepulver getröpfelt, kommt etwas gesüßte Kaffeesahne in das Glas.  Als Ca phe sua da (Cà phê sūa đá) genießen ihn die Vietnamesen vermischt mit Eiswürfeln.

Vietnamesischer Kaffee und seine Zubereitung

 

Die Zubereitung von Ca phe trung – Kaffee (Cà phê trúng)

  • einen vietnamesischen Metallfilter auf eine hohes Glas stellen
  • ein gehäuften Esslöffel in den Filter geben und etwas andrücken
  • heißes Wasser durchlaufen lassen
  • zwei Eigelb mit einem Teelöffel Zucker und zwei Teelöffel Kondensmilch zu einer cremigen Konsistenz aufschlagen
  • ca. 70% des Kaffees in ein neues Glas füllen
  • das aufgeschlagene Eigelb auf den Kaffee geben
  • restlichen Kaffee darüber gießen

Der passende Mahlgrad

Natürlich bleibt der Mahlgrad von Kaffee dem persönlichen Geschmack überlassen. Bei der Zubereitung von Kaffee mit einem typisch vietnamesischen Filter, wird die Bohnenmischung nur grob gemahlen. Dadurch werden nicht zu viele Bitterstoffe extrahiert. Je gröber der Mahlgrad, desto kräftiger ist der Kaffee.

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