Der Perkolator als Kanne und Espressokocher

Umgangssprachlich ist der Perkolator eher als Espressokanne bekannt. Es sind spezielle Kannen zum Kochen bzw. Brühen von Kaffee. Mit ihnen wird unter Überdruck heißes Wasser auf das Kaffeepulver geführt. Es steigt durch ein Steigrohr nach oben und tröpfelt von dort auf das Pulver.

Anleitung: So funktioniert ein Perkolator

Sein Aufbau ist denkbar einfach. Schon die älteren Perkolatoren bestanden innen aus nur drei Teilen:

  • Sieb
  • Behälter für Kaffeepulver
  • Steigrohr

Kaffee in einer Perkolator Kanne kochen

  1. Wasser in die Kanne geben. Es sollte ca. 1-2 cm unter dem Kaffeebehälter stehen.
  2. Den Kaffee kurz vor dem Brühen mahlen und in den Pulverbehälter geben.
  3. Das Sieb auf den Kaffee setzen und den zusammengesteckten Einsatz (Steigrohr, Kaffeebehälter, Sieb) in die Kanne stellen.
  4. Den Perkolator mit geschlossenem Deckel auf eine Herdplatte oder Gasflamme setzen. Beginnt das Wasser im Unterteil zu kochen, entsteht durch den Wasserdampf Überdruck. Es wird durch das Steigrohr von unten nach oben gepresst und tropft von dort durch den Kaffee wieder nach unten. Dieser Prozess kann mehrmals wiederholt werden, bis die gewünschte Stärke des Kaffees erreicht ist.

Perkolator Kanne

Eine Espressokanne funktioniert analog. Es gibt nur diese kleinen Unterschiede:

Das Unterteil hat seitlich ein kleines Sicherheitsventil. Es schützt vor zu hohem Überdruck und darf nicht im Wasser stehen. 

Der Kaffee befindet sich in einem Trichtereinsatz. Er wird auf das Unterteil gesetzt und dann das Oberteil aufgeschraubt. Zwischen beiden Teilen sitzt eine Dichtung.

Tipp:
Wenn man bereits heißes Wasser in das Unterteil gibt, kocht es schneller. Das Kaffeepulver wird weniger erhitzt. Es werden weniger Bitterstoffe extrahiert.

Sobald ein Gurgeln oder Blubbern zu hören ist, die Wärmequelle abschalten und das Brühen abbrechen. Das meiste Wasser wurde bereits nach oben gepumpt. Der restliche Wasserdampf lässt den Kaffee bitter schmecken.

Seit wann gibt es Perkolatoren?

Eigentlich wird die Erfindung der Perkolation um 1810 dem englischen Physiker Benjamin Thompson zugeschrieben. Aber so ganz allein war er es nicht. 1819 erfand der Pariser Blechschmied Joseph-Henry-Marie Laurens die dazu passende Kaffeekanne.

1933 meldete Alfonso Bialetti die Espressokanne als Patent an. Deren heutige achteckige Form geht auf ihn zurück und wurde synonym auch als Mokka Kanne bezeichnet. Er suchte ab 1920 nach einer Möglichkeit, wie man Espresso ohne hohen Druck zubereiten kann. Der globale Durchbruch gelang erst nach 1945.

Früher wurden die Espressokocher sie aus Aluminium hergestellt. Heute sind sie aus Edelstahl.

Vorteile und Nachteile

Jeder Kaffeeliebhaber kennt die kleinen eckigen Kännchen. Ob als Espressokocher, Caffettiera oder Mokka Kanne benannt – es geht im Aufbau und der Funktion immer um das gleiche so genannte Perkolator Prinzip. Die Beliebtheit basiert auf einem schlichten Grund: Man kann damit einen Espresso auch ohne teure Espressomaschinen kochen.

Leider nicht so ganz. Für echten Espresso fehlt Druck. Eine Espressokanne kommt lediglich auf bis zu 2 bar. Es entsteht daher keine Crema.

Perkolator für das Camping

Ein weiterer Vorteil - man braucht keinen Strom. Perkolator Kannen sind besonders vom Camping bekannt. Wer es urig mag, kann sie direkt ins offene Feuer oder einen Campingkocher stellen und so seinen Kaffee zubereiten.

In beiden Fällen ist der Kaffee im Wortsinn Geschmackssache. Er ist stark und ausgesprochen aromatisch. Die hohe Brühtemperatur löst viele Bitterstoffe. Je länger er durchlaufen durfte, desto bitterer wird er.

Darüber hinaus sind Perkolations Kaffeekocher sehr praktikabel für unterwegs. Schnell verstaut, leicht zu handhaben und in wenigen Minuten gereinigt.

Welcher Kaffee eignet sich für den Perkolator?

Aufgrund der speziellen Zubereitung sind helle Espressoröstungen oder sortenreiner Tieflandkaffee empfehlenswert. Dunkle Röstungen liefern zu viele Bitterstoffe.

Wie viel Kaffee brauche ich für den Espressokocher?

Das hängt von der Größe des Pulverbehälters bzw. Trichtereinsatzes ab. Er sollte locker bis zum Rand gefüllt und dann glatt gestrichen werden.

Welcher Mahlgrad ist optimal?

Wer die Bitterstoffe verringern möchte, sollte die Bohnen nicht sehr fein (wie beim Espresso üblich) mahlen, sondern geringfügig gröber.

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